1. Solothurner Filmtage
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Als die Filmgilde Solothurn 1966 die Tagung Schweizer Film heute organisierte, waren die Verantwortlichen dieses Filmklubs – mit fast tausend Mitgliedern einer der grössten der Schweiz – überrascht über die Resonanz. Die Vorstandsmitglieder, der Schulpsychologe Paul Schmid, der Arzt Urs Reinhart, der Bezirkslehrer Stephan Portmann, der Lehrer und Schriftsteller Peter Bichsel und die vielen weiteren Engagierten, vor allem die Ehefrauen der Vorstandsmitglieder, er- dachten sie eigentlich als einmalige Veranstaltung.

Bezeichnend am Solothurner Zugang war der programmatische Anspruch, den massgebliche Mitglieder der Filmgilde wie Paul Schmid, Stephan Portmann und Urs Reinhart an den Film stellten. Portmann verkündete den Tod des alten Schweizer Films und entwarf in der NZZ das Bild eines kommenden Autorenfilms: «Der neue Film wird unsere Wirklichkeit als Rohmaterial gebrauchen. Nicht aber die des 19. Jahrhunderts, in dem der Schweizer Film hoffnungslos stecken geblieben ist. Er wird Migros-Läden, Akkordarbeiter, Bauern als landwirtschaftliche Unternehmer, Handwerker als Betriebsleiter von industriellen Filialen, die seelische und materielle Wohlstandsarmut, er wird die Gleichschaltung der Assoziationen durch die Massenmedien zeigen.»

Ein deklamatorischer Schlusspunkt, ein Manifest, so wie es zwei Dutzend angehende Filmschaffende anlässlich der achten Westdeutschen Kurzfilmtage 1962 in Oberhausen formuliert hatten, schwebte den Veranstaltern zwar vor, kam aber als gemeinsame Erklärung nicht zustande. Dennoch war die Tagung ein klares Statement für einen neuen Film.

Thomas Schärer

Wir danken der Cinémathèque suisse für die Zusammenarbeit in der Archivierung und Digitalisierung.
 

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Die Solothurner Filmtage machen mittelfristig ihre Kataloge online zugänglich. Derzeit sind die Jahre 1966-1971 vollständig erfasst. Stöbern Sie in unserer Festivalgeschichte!

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