24.1. –– 31.1.2019
Solothurner Filmtage
Rencontre

Das Spezialprogramm «Rencontre» ehrt jährlich eine Persönlichkeit des Schweizer Films und zeigt ausgewählte Werke ihres Schaffens. Das Programm vermittelt einen Einblick in die Arbeit der gewürdigten Person und ermöglicht dem Publikum, ihr in Solothurn zu begegnen. 

Bruno Todeschini
© Charlotte Krieger
© Charlotte Krieger

Die 54. Solothurner Filmtage widmen das Spezialprogramm «Rencontre» dem Schauspieler Bruno Todeschini. Der Westschweizer mit italienischen Wurzeln gehört seit dreissig Jahren zu den prägenden Gesichtern des europäischen Autorenfilms. Bekannt als «acteur fétiche» des Regisseurs Patrice Chéreau, spielte er auch in Filmen von Arnaud Desplechin, Jacques Rivette, Angela Schanelec oder Jessica Hausner.

Bruno Todeschini wird 1962 im neuenburgischen Couvet geboren. Nach der Ausbildung an der «École supérieure d’art dramatique» in Genf stösst er 1986 zur «Groupe des Amandiers» in Nanterre bei Paris, einem Schauspielerkollektiv um Patrice Chéreau und Pierre Romans. Seine ersten Filmrollen spielt er in Werken wie «Hôtel de France» (1987) von Patrice Chéreau, «L’amoureuse» (1992) von Jacques Doillon und «La sentinelle» (1992), dem Debüt von Arnaud Desplechin. Es folgen kleinere und grössere Engagements u.a. in Filmen von André Téchiné und Jacques Rivette.

Sein komödiantisches Talent stellt er in Filmen wie «Le libertin» (2000) mit Vincent Perez und Fanny Ardant, «Gentille» (2005) an der Seite von Emmanuelle Devos und im Kassenschlager «La délicatesse» (2011) mit Audrey Tautou unter Beweis. Die langjährige Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau erreicht ihren Höhepunkt 2002 im Drama «Son frère». Für die Rolle des unheilbar kranken Thomas erhält Bruno Todeschini eine Nomination für den César als besten Hauptdarsteller.

2006 spielt er an der Seite von Valeria Bruni-Tedeschi die Hauptrolle in «Un couple parfait». Der Film gewinnt den Spezialpreis der Jury am Locarno Festival. In den folgenden Jahren spielt er tragende Rollen u.a. in Jacob Bergers «1 journée» (2007) und in «Orly» (2010) von Angela Schanelec. Auch mit der österreichischen Regisseurin Jessica Hausner arbeitet Todeschini, steht er doch in ihrem «Lourdes» (2009) gemeinsam mit Sylvie Testud und Léa Seydoux vor der Kamera. In «Sette giorni» (2016) von Rolando Colla spielt er die Hauptrolle an der Seite von Alessia Barela. Aktuell ist Bruno Todeschini u.a. in der Serie «Double vie» (2018) von Bruno Deville zu sehen.

Obschon er in ganz Europa arbeitet, bleibt Bruno Todeschini dem Schweizer Film immer verbunden. In seiner Filmografie finden sich Haupt- und Nebenrollen in den Werken von Paule Muret, Markus Imhoof, Alain Tanner, Frédéric Mermoud, Elena Hazanov, Jacob Berger, Thomas Imbach, Rolando Colla oder Nicola Bellucci.

An den 54. Solothurner Filmtagen wird Bruno Todeschini eine breite Auswahl seiner Filme vorstellen und an Podiumsgesprächen zu seiner Arbeit teilnehmen.

Das Programm «Rencontre» wird von der Schweizerischen Kulturstiftung für Audiovision unterstützt.

Bisherige Ehrengäste der «Rencontre»

53. Solothurner Filmtage 2018: Christoph Schaub
52. Solothurner Filmtage 2017: François Musy
51. Solothurner Filmtage 2016: Ursina Lardi
50. Solothurner Filmtage 2015: Jubiläum 50 Jahre Solothurner Filmtage
49. Solothurner Filmtage 2014: Peter Liechti
48. Solothurner Filmtage 2013: Silvio Soldini
47. Solothurner Filmtage 2012: Marthe Keller
46. Solothurner Filmtage 2011: Ruth Waldburger
45. Solothurner Filmtage 2010: Niki Reiser
44. Solothurner Filmtage 2009: Léa Pool
43. Solothurner Filmtage 2008: Walo Lüönd
42. Solothurner Filmtage 2007: Renato Berta
41. Solothurner Filmtage 2006: Maximilian Schell
40. Solothurner Filmtage 2005: Bruno Ganz
39. Solothurner Filmtage 2004: Jean-Luc Bideau
38. Solothurner Filmtage 2003: Pio Corradi
37. Solothurner Filmtage 2002: Paul Riniker
36. Solothurner Filmtage 2001: T&C Film AG, Marcel Hoehn
35. Solothurner Filmtage 2000: Jacqueline Veuve
34. Solothurner Filmtage 1999: Alexander J. Seiler
33. Solothurner Filmtage 1998: Claude Goretta
32. Solothurner Filmtage 1997: Reni Mertens u. Walter Marti
31. Solothurner Filmtage 1996: Alain Tanner
27. Solothurner Filmtage 1992: Hommage Michel Soutter