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Laudatio Prix de Soleure 2021 - Mare

Datum

26. Januar 2021

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Mare_PdS

Eine Frau
Nicht ausgesprochene Worte stehen im Raum
Gesten der Verzweiflung
Weg
Weit weg
Er hat mich einst zum Lachen gebracht
Eine Begegnung im Stillstand
Allein zwischen den Nächsten
Wo ist Zuhause
Dort
Hier
Ein Auge das verfolgt jede feine Bewegung
Bleiben in der Realität
Oder ein Traum im fremden Haus
Du bist zu schwer
Weglassen das Geschehene
Wo warst du
Das Schweigen der Hände
Die Gefahr im Augenblick
Weit weg
Bleiben
Der Andere
Lass uns weggehen
Weit weit weg
Salzwasser klebt auf der Zunge
Liebe aushalten im Fremden
Vermisst du deine Kinder
Alles zurücklassen wollen
Weitergehen
Anhalten die Zukunft
Jetzt
Der Kadaver liegt in der Luft
Sind wir frei nach dem Sterben
Ne znam (Ich weiss es nicht)
Wohin
Weg bleiben
Verloren gegangene Wünsche
Weg
Weit weg
Schaut mich an
Ich bin hier
Mare

Ohne Rücksicht auf bekannte romantische Verhaltensweisen erzählt der Film die Geschichte des Erwachens einer Frau zu sich selbst dank einer flüchtigen intimen Begegnung. Diese Begegnung wird zum Schlüssel, um die patriarchalen Muster zu durchbrechen, die ihre Existenz und ihre Vorstellung der Welt begrenzen.

Mit Intelligenz und Talent schildert die Regisseurin die engen gegenseitigen Bindungen innerhalb einer liebevollen und auch belastbaren Familie.

Der Film bringt die Wichtigkeit der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen durch Arbeit auf die die Leinwand, zeigt die Paarbeziehung als möglichen Raum der Solidarität, die Migration als Öffnung hin zur Welt ausserhalb der eigenen kulturellen Muster. Die Heldin entfaltet sich, bahnt sich einen Weg voll Schönheit und Wahrhaftigkeit, auf den sie die ihrigen mit befreiender Lebensfreude mitnimmt.

Eine Suche nach Freiheit, die sich zwischen Stolz und stillen Verletzungen abspielt, nie vor Gefahr gefeit. Ein atemberaubender Film, der vom Vertrauen der Filmemacherin in die Kraft der menschlichen Beziehungen zeugt.

Mit radikalen Reduktionen lädt das Drehbuch alles scheinbar Beiläufige auf und öffnet unter dem Schweigen der Figuren Echoräume.

Dieser Stil wird weitergeführt von Casting, der Inszenierung, den Schauspielerinnen und Schauspielern und einer Hauptdarstellerin, der man auch vom Rücken ansieht, was sie fühlt und denkt – und einer virtuosen Kamera, die das Verborgene sichtbar macht.

Ein Spielfilm, der aussieht wie ein Dokumentarfilm oder die Realität selbst, aber überhöht zu einer existentiellen Wahrheit. Wir wünschen ihm nach dem Lockdown eine neue Chance auf den grossen Leinwänden.

Die Jury des Prix de Soleure der 56. Solothurner Filmtage zeichnet einen Film von seltener Feinfühligkeit aus, der die für die Veranstaltung wichtigen humanistischen Werte hochhält.

Der Preis geht an „Mare“, realisiert von Andrea Štaka und produziert von Okofilm Productions, Zürich

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