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Laudatio Opera Prima 2021 - Von Fischen und Menschen

Datum

26. Januar 2021

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Für die Erschaffung eines komplexen Universums voller Nuancen, das die physische Umgebung und die Beziehung der Figuren glaubwürdig entstehen lässt; eine äusserst sensible Studie der Charaktere, die vom grossen Geschick zeugt, die Figuren mit Respekt und Übersicht auf der Leinwand aufleben zulassen. Durch das Unausgesprochene, das die Tiefe ihrer Gefühle ausdrückt, verkörpern die Figuren eine stille Wut angesichts des tragischen Schicksals, das sie erschüttert. Für die Intelligenz und Situationsdynamik, mit der uns dieser Film diese starke und schicksalhafte Geschichte erzählt, für die erzählerische Wucht dieser Gesichter, die die Verzweiflung ausdrücken, ohne sie uns je aufzudrängen. Für die Kohärenz und Stärke des visuellen Ansatzes, der ebenso raffiniert und stilisiert wie zugänglich ist und es dem Film erlaubt, immer die Balance zwischen einer gekonnten narrativen Entwicklung und einer mitreissenden, schlüssigen und brillant konstruierten Atmosphäre zu halten:

Der Preis des Wettbewerbs Opera Prima 2021 wird von der Jury einstimmig vergeben an:

VON FISCHEN UND MENSCHEN von Stefanie Klemm

«VON FISCHEN UND MENSCHEN» ist ein ruhiger Film, in dem nicht von grossen weltpolitischen Problemen oder globalen Krisen die Rede ist, sondern von der ganz privaten Tragödie einer Familie. Im Mittelpunkt steht das Einzelschicksal der Figuren und wie sie in ihrem Alltag mit diesem umgehen. Die Figuren sind in ihrer Vergangenheit und  ihren eigenen Dilemmas gefangen. Sie suchen Trost in der Natur, versuchen einen Neuanfang in einer sowohl idyllischen (Schweizer Jura) als auch brutalen (Fischfarm) Umgebung und überwinden ihren Zustand durch die harte Arbeit mit den Tieren.

An diesem isolierten Ort sind sie zurückgezogen auf sich selbst und ihre Beziehungen zu den anderen. Aber sie müssen erkennen, dass die Vergangenheit sie auch hier einholen kann.

Die Tragödie, die sie verbindet, erlaubt es ihnen, sich ihren zerstörerischen Impulsen zu stellen, um nicht vom Kummer erdrückt zu werden: für Judith Rache, Schuld für Gabriel. Zwei Gefühle, die dank einer sehr gekonnten Regie auf zurückhaltende und feinfühlige Weise dargestellt werden und es den beiden Hauptdarstellern erlaubt, eine grossartige schauspielerische Leistung zu zeigen: Sarah Spale und Matthias Britschgi zeichnen sich durch aussergewöhnliche Glaubwürdigkeit und Authentizität aus.

Die quasi-dokumentarische Kameraführung vermittelt dem Zuschauer den Eindruck, ganz nah an den Figuren dran zu sein. Durch seinen bedachten Schnitt findet der Film einen Rhythmus, der sich unmerklich, aber auf schicksalhafte Weise steigert, bis er sich dem Bruch, der Katastrophe, nähert. Der Film entwickelt so eine subtile Spannung und eine hypnotische Kraft, die den Zuschauer in einen emotionalen Abgrund zieht. Bis zum Punkt, wo sich das Gefühl von Klaustrophobie und Verzweiflung in den Bildern manifestiert, wie jene felsigen Schluchten, die Gabriel zu erdrücken drohen... Wie seine Schuld.

Mit Talent, Intuition und grosser Reife ist es der Regisseurin gelungen, einen kraftvollen dramaturgischen Inhalt zu weben und Bild, Ton und Erzählung eine meisterhafte Kohärenz zu verleihen. Der Film hat uns ebenfalls durch seine Ehrlichkeit und Authentizität überzeugt. Die Geschichte scheint aus dem wahren Leben gegriffen und bekommt dadurch eine weitere Dimension. Sie ermöglicht die Identifikation mit den Protagonisten und erinnert uns daran, dass es auch unsere hätte sein können.

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